Es gibt Orte, an denen Kopf und Körper schnell loslassen können und zur Ruhe kommen. Das Meer ist so ein Ort. Das habe ich letzte Woche in Portugal bei meinem Surftrip wieder erkannt.
Nicht, weil es magisch ist oder Probleme löst. Und auch nicht, weil ein paar Tage am Wasser automatisch alles besser machen. Sondern weil das Meer etwas mit uns macht. Mit unserem Nervensystem. Mit unserem Atem. Mit unserer inneren Anspannung. Mit dem Tempo, in dem wir sonst funktionieren.
Gerade für Frauen, die viel leisten, viel tragen und oft über lange Zeit in einem Zustand von Anspannung leben, ist das kein Nebeneffekt. Es ist relevant.
Viele Frauen leben nicht zu wenig diszipliniert – sondern zu lange unter Spannung
Wenn wir über Gesundheit sprechen, sprechen wir oft zuerst über Ernährung, Training oder Schlaf. Das ist alles wichtig. Aber viele Frauen übersehen einen anderen Punkt: Ihr System läuft seit Monaten oder Jahren im Dauerbetrieb. Verantwortung. Beruf. Familie. Mental Load. Zu wenig echte Pausen. Zu wenig Zeit draußen. Zu wenig Momente, in denen nichts von ihnen verlangt wird.
Das Problem daran ist nicht nur, dass sich das anstrengend anfühlt. Das Problem ist, dass ein Körper, der dauerhaft unter Spannung steht, irgendwann nicht mehr gut regeneriert.
Genau deshalb sind Auszeiten nicht einfach „nett“. Sie können ein wichtiger Teil von Gesundheit sein. Und auch wenn ich meine Arbeit über alles liebe: Diese Auszeit in den vergangenen Tagen in Portugal war wchtig. Sie war notwendig.

Das Meer schafft etwas, das im Alltag oft fehlt: Weite
Im Alltag ist vieles eng. Der Kalender, der Kopf, die To-do-Liste. Die Aufmerksamkeit ist ständig gebunden. Alles durchgetaktet und vorgegeben. Am Meer passiert oft das Gegenteil.
Wir haben Zeit, den Blick schweifen zu lassen, unser Atem wird ruhiger, wir nehmen Tempo raus. Der Körper bekommt weniger Reize, die er sofort verarbeiten muss. Und genau das ist für viele Frauen so spürbar entlastend.
Nicht, weil sie plötzlich nichts mehr denken. Sondern weil nicht jede Minute schon wieder mit dem Nächsten gefüllt ist. Weite ist nicht nur ein schönes Gefühl. Sie ist oft eine Voraussetzung dafür, dass wir wieder klarer spüren, was wir eigentlich brauchen.
Regeneration ist mehr als Ausruhen
Viele verstehen unter Erholung vor allem: schlafen, liegen, nichts tun. Aber echte Regeneration ist mehr. Regeneration bedeutet, dass dein Körper und dein Nervensystem aus einem Zustand von Daueranspannung wieder in einen Zustand von mehr Sicherheit und Ruhe kommen. Das ist ein Unterschied.
Du kannst auf einer Liege liegen und innerlich komplett angespannt sein. Und du kannst spazieren gehen, schwimmen, am Strand sitzen oder einfach aufs Wasser schauen, oder so wie ich Surfen – und dabei spüren, wie dein System langsam runterfährt.
Gerade das Meer unterstützt genau diese Art von Regeneration oft sehr gut:
- rhythmische Geräusche
- natürliche Umgebung
- Tageslicht
- Bewegung an der frischen Luft
- weniger künstliche Reize
- mehr Abstand vom Alltag
Das ist nicht spektakulär. Aber oft genau das, was fehlt.

Frauen brauchen nicht nur Entspannung. Sie brauchen wieder Zugang zu Kraft.
Was ich problematisch finde: Auszeiten für Frauen werden oft so dargestellt, als ginge es nur darum, ein bisschen zu entspannen, nett auszusehen und sich etwas zu gönnen. Frauen brauchen nicht einfach nur Wellness. Sie brauchen Regeneration, die sie wieder belastbarer macht.
Sie brauchen Abstand, damit der Kopf klarer wird. Sie brauchen Bewegung, die den Körper nicht weiter stresst, sondern unterstützt. Sie brauchen Schlaf, Licht, Ruhe, gutes Essen und Momente, in denen sie nicht funktionieren müssen. Und sie brauchen oft eines ganz besonders: wieder mehr Verbindung zum eigenen Körper.
Denn Stärke beginnt dort, wo der Körper wieder aus dem Alarmmodus herauskommt.
Und das gilt auch für Frauen wie mich, die trainieren, körperlich und mental stark sind und ein erfülltes Leben führen. Denn auch ich bin im Alltag ständig gefordert, unter Spannung und unter Druck.
Das Meer nimmt das raus. Also, wann nimmst du dir eine Auszeit?
